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Hyperaktive Kinder leben heute in einer hyperaktiven Welt

Sie sind impulsiv, schwer zu kontrollieren, reden dazwischen, frustrieren Lehrkräfte und ermüden Eltern: Kinder, die unter einer "Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung" (ADHS) leiden, standen im Zentrum einer Tagung des Schulpsychologischen Dienstes in Marburg (2 HJ 2001), zu der sich 350 Fachleute trafen.

Einig waren sich die Experten darin, daß die Zahl der Schulkinder mit Konzentrationsstörungen um bis zu 30 Prozent angestiegen ist. Nach vorsichtigen Schätzungen leiden in Deutschland 320 000 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren unter ADHS. Zu den Betroffenen zählen neuerdings auch immer mehr Mädchen und Kleinkinder.

Allerdings liegt dieser Anstieg, so die Experten, zum großen Teil an den früheren und schnelleren Diagnosen. Manche Kinder werden auch schon bei relativ geringen Symptomen zu den Zappelphilippen und Roten Zoras gezählt. Zudem sei die heutige Kindheit durch elektronische und digitale Medien so tiefgreifend verändert worden, daß der Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann aus Hannover zum Ergebnis kommt: "Hyperaktive Kinder leben heute in einer hyperaktiven Welt."

Bei der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung geht es jedoch nicht nur um Kinder, die häufig den Unterricht stören, kaum zuhören und unruhig sind. Betroffen sind auch langsam arbeitende Kinder, die als verträumt gelten, ihre Unterlagen oft verlieren und stundenlang für ihre Hausaufgaben brauchen.

Pro und Contra einer Therapie mit Psychopharmaka wurden auf der Tagung diskutiert. Grundbaustein ist Methylphenidat (Ritalin®). Es greift in pathologisch veränderte Hirnstoffwechselprozesse korrigierend ein. Alternative Mittel sind trizyklische Antidepressiva, Amphetamin oder das Sympathomimetikum Pemolin. Doch auch verhaltenstherapeutische und sozialpädagogische Maßnahmen eignen sich zur Behandlung. Tagungsleiter Dieter Krowatschek setzt beispielsweise auf Konzentrationstrainung ohne Medikamente. Bereits 5000 Mädchen und Jungen haben bereits an seinen Kursen teilgenommen.

Für Konzentrationsstörungen gebe es viele Ursachen, so der Schulpsychologe. Die Bandbreite reiche von neurologischen Störungen bis hin zu Überforderung. Auch Fernsehen, Bewegung und Ernährung spielen eine Rolle. Ungünstig wirke sich auch inkonsequente Erziehung in der Familie sowie häufige Ermahnungen in der Schule aus.

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