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Scheidungsfolgen für Kinder

Besser ein Ende mit Schrecken?
März 2001

Die Konsequenzen einer Scheidung für die Kinder des Paares stehen schon fest, bevor die Ehe tatsächlich endet. Das ist zumindest das Ergebnis einer Langzeitstudie, die in jetzt im US- 'Journal of Marriage and the Family' veröffentlicht wurde. Demnach erleben Kinder von lautstark streitenden Paaren die Scheidung der Eltern oft sogar als Erleichterung und leiden erheblich seltener unter Langzeitfolgen wie Angst, Depression und Schwierigkeiten mit eigenen Partnerschaften. Bei Paaren, die sich mehr oder weniger friedlich auseinanderleben und deshalb eine Scheidung anstreben leiden die Kinder am stärksten: Die Scheidung ist ein Schock, der sie psychisch aus der Bahn wirft. Diese Kinder erleben häufig das Gefühl des Kontrollverlustes und daraus resultierend Angst und Depression.

Die Soziologen Alan Booth und Paul Amato von der Pennsylvania State Universität interviewten für diese Studie mehr als 2000 verheiratete Paare. Die ersten Inverwies fanden 1983 statt und die Paare wurden alle fünf Jahre erneut kontaktiert. An den letzten Interviews nahmen dann auch rund 700 in der Zwischenzeit erwachsene Kinder der Paare teil. Sie wurden in bezug auf psychisches Wohlergehen, Zahl und Qualität von Freundschaften und der Qualität der eigenen Partnerschaft untersucht.

Das Ergebnis: Die Söhne und Töchter mit den größten Angst- und Depressionsproblemen konnten in zwei Gruppen unterteilt werden. Sie hatten entweder Eltern, die sich ohne vorherige intensive Streitphase und daher für die Kinder überraschend scheiden ließen oder Eltern, die trotz erheblicher Probleme und lautstarken Auseinandersetzungen zusammengeblieben sind. Die Nachkommen von Scheidungspaaren, die vorher viel gestritten hatten, erlebten dagegen die Trennung ihrer Eltern eher als willkommenes Ende einer unerträglichen und stressreichen Lebenssituation. Durch das Miterleben der Konflikte ihrer Eltern tendierten sie weniger dazu, sich selbst Schuld an der Scheidung zu geben.

Die Soziologen schätzen, daß ungefähr die Hälfte aller Scheidungen Paare betreffen, die ohne lange Streitereien auseinandergehen. Diese Paare haben im Vergleich zu Paaren, die trotz Problemen zusammenbleiben, weniger starke Bindungen in Form eines dichten Freundeskreises oder religiöser Zugehörigkeit. Sie waren ausserden seltener selbst Scheidungskinder. 'Vielleicht können sie deshalb die Folgen einer Scheidung für ihre Kinder nicht im vollen Ausmaß einschätzen' sagt Soziologe Alan Booth und meint weiter, ironischerweise würden gerade die Scheidungen den Kindern den grössten Schaden zufügen, die bei Paaren mit eigentlich großer Chance auf Versöhnung auftreten.

Aus dieser Forschungsarbeit lassen sich also zwei Schlussfolgerungen für Paare in Beziehungskrisen ableiten:

Paare, die es nicht mehr schaffen Konflikte mit dem Partner im zivilisierten Ton auszusprechen sondern statt dessen immer wieder vor den Kindern lautstarke Auseinandersetzungen führen können ihren Kindern psychischen Schaden zufügen. Diese Paare sollten daher entweder so rasch wie möglich eine Eheberatung in Anspruch nehmen oder im schlimmsten Fall sogar eine Scheidung ins Auge fassen.

Paare, die dagegen noch miteinander reden können, aber trotzdem vielleicht das Gefühl haben, die Konflikte sind zu gross oder sie hätten sich einfach auseinandergelebt, sollten sich dagegen eine Scheidung doppelt gründlich überlegen und zunächst alles unternehmen, um die Beziehung zu verbessern. Falls eine Scheidung unvermeidbar erscheint, sollten diese Paare ein besonderes Augenmerk auf die Kinder legen: Die Kinder müssen langsam auf die bevorstehende Trennung der Eltern vorbereitet werden und sie sollten von den Eltern ausführlich über die Trennungsgründe aufgeklärt werden, damit sie die Entscheidung ihrer Eltern verstehen und sich nicht selbst Schuld geben.

Quelle: Health News Online, 15. 2. 2001: www.healthnewsdigest.com
 

    

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