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Schlauer schimpfen

Quelle: stern.de

Das Erziehungstraining "Triple P" hilft, das Richtige zu tun, wenn der Nachwuchs bockt

Dein Kind braucht mal ´ne Tracht Prügel", bekam Heike Nelles häufig zu hören, wenn ihr Sohn Kai, 9, mal wieder seinen kleinen Bruder Tim, 6, ohrfeigte. "Schlagen tue ich nicht, aber ich habe Kai oft angeschrien, weil ich mir nicht mehr zu helfen wusste. Meistens ohne Erfolg." Heute läuft bei Familie Nelles einiges anders: Kai bekommt von seiner Mutter klare, ruhige Anweisungen. Sie lässt sich auch nicht mehr auf nervige Diskussionen mit dem aufsässigen Neunjährigen ein, lobt ihn aber für die Dinge, die gut klappen. Und das sind immer mehr.

Heike Nelles ist inzwischen "Triple P"-geschulte Mutter. In einem vierteiligen Elternkurs hat sie "Erziehung gelernt, die funktioniert". Entwickelt wurde das Trainingsprogramm "Triple P" (Positive Parenting Program) für Väter und Mütter an der Universität von Queensland in Australien. Es bietet Rat in pädagogischen Schieflagen: wenn die Sprösslinge mal wieder trotzen, sich vor Wut brüllend auf den Gehsteig werfen, andere Kinder treten. Rezepte gibt?s bei Bettnässen, Schulproblemen, Ängsten oder Albträumen.

Auf Deutschland zugeschnitten wurde das Überlebenstraining von Professor Kurt Hahlweg vom Institut für Psychologie der Technischen Universität Braunschweig in Zusammenarbeit mit der Christoph-Dornier-Stiftung. Rund 60 Männer und Frauen ließen sich bisher zu "Triple P"-Trainern ausbilden, überwiegend Psychologen, Psychotherapeuten und Sozialpädagogen. Sie veranstalten Elternseminare in Kindergärten, Grundschulen, Familienbildungsstätten und Erziehungsberatungsstellen. "Irgendwann sollte es für Mütter und Väter ganz normal sein, nach der Geburt ihrer Kinder Elternkurse zu besuchen", sagt Kurt Hahlweg. "Und zwar bevor das Kind Verhaltensauffälligkeiten zeigt." Wichtigster Grundsatz von "Triple P": Es werden klare Familienregeln aufgestellt, deren Einhaltung die Eltern einfordern müssen. Und Väter wie Mütter müssen ihre Kinder loben, ermutigen. "Positive Verstärkung" nennen das die "Triple P"-Konstrukteure. Problematisch sind allerdings die "kleinen Strafen": Die Kinder werden entweder eine Zeit lang auf einen Stuhl verbannt und nicht beachtet, oder sie werden ins langweilige Arbeitszimmer oder Bad verfrachtet. Das erinnert doch sehr an den "Kohlenkeller" der Rohrstock-Pädagogik.

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