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Zweiter Kinderliederkongress 

Die Hits von Teenie-Stars verdrängen nach Ansicht von Liedermacher Rolf Zuckowski viel zu früh traditionelle Kinderlieder. Das meldete dpa am 7.11.01.

 «Die Dominanz von Pop-Musik, Marken, Modetrends, TV-Serien und gewissen Spielzeugen erreicht Kinder immer früher und gaukelt ihnen vor, dass es Zeit wird, kein Kind mehr zu sein», sagte Zuckowski anlässlich des 2. Kinderlied-Kongresses in Hamburg.

«Damit verlieren sie die Möglichkeit, sich selbst zu erfahren, sich weiterzuentwickeln und stabiler für das zu werden, was früher oder später sowieso kommt.» In den Veranstaltungen der Kinderliedermacher sind nach Erfahrungen Zuckowskis ältere Zuschauer - etwa Ende Grundschulalter - durchaus gut zu erreichen. «Mit Themen wie den Interessen von Kindern gegenüber Erwachsenen, Selbstbewusstsein, Erfahrungen mit der Umwelt, Jahreszeiten oder mit Dingen, die innerhalb von Kindergruppen stattfinden, wie Neid, Streit, Glückserfahrung, Frust» , erläuterte der 54-Jährige. Ein Problem sei allerdings, das es in den Medien und allgemein in der Öffentlichkeit, dem Nachwuchs immer weniger schmackhaft gemacht werde, sich mit so etwas zu beschäftigen.

Die «Großen» wenden sich nach Zuckowskis Einschätzung immer früher dem «Teenager»-Bereich zu und möchten immer weniger mit den ganz Kleinen zu tun haben. «Es wird zunehmend schwieriger, mit Kindern verschiedener Altersgruppen etwas Gemeinsames zu machen. Die Älteren kommen nicht in die Konzerte, wenn sie erfahren, dass da auch die ganz Kleinen sind.» Es sei eine regelrechte «Generalsstabsarbeit», Festivals für alle - vom Kleinkind bis zum Erwachsenen - zu organisieren.

Unterschiedliche Erfahrungen machten Kinderliedermacher sowohl in Großstädten und auf dem Land als auch in den alten und neuen Bundesländern, berichtete der 54-Jährige. «In mittelgroßen Städten erreicht man auch noch 15-Jährige unter dem Stichwort Kinder viel besser als in der Großstadt.» In Ostdeutschland gab und gibt es zudem seiner Ansicht nach ein ganz anderes Singeverhalten: «Dort ist noch viel mehr Selbstverständlichkeit drin, man singt einfach.» In den alten Bundesländern hingegen stelle das Singen für viele ein Problem dar und werde als peinlich empfunden.

«Um Kinder möglichst lange zu erreichen, müssen wir Liedermacher noch besser werden, intensiver, ideenreicher», sagte Zuckowski. Darüber wollen sich die rund 90 Teilnehmer des bis Sonntag dauernden Kongresses unter anderem auf einer Podiumsdiskussion austauschen. Auch Pädagogen und Vertreter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung werden dazu erwartet. «Denn der frühe Abschied von der Kindheit hat auch gesundheitliche Folgen. Eltern und Lehrer berichten von Konzentrationsstörungen oder Bewegungsmängeln beim Nachwuchs, wenn dieser «zu früh aufhört wirklich gerne und intensiv Kind zu sein».

Quelle: dpa 7.11.01

    

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