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Prävention von Beziehungsstörungen

Wo die Liebe hinfällt ... da ist noch lange nicht immer eitel Sonnenschein. Das Zusammenleben eines Ehepaars ist ein komplexes und störanfälliges Geschehen. Die hohen Trennungsraten bei vorehelichen Partnerschaften und nichtehelichen Lebensgemeinschaften sowie die hohen Scheidungsquoten verdeutlichen, wie häufig es zu einem Scheitern von Paarbeziehungen kommt. Sie vermitteln aber keinen Eindruck davon, mit wie viel Leid für die Partner und eventuell vorhandene Kinder sowie mit welchen negativen Folgen für die Gesellschaft das Leben in dysfunktionalen Beziehungen, die Trennungen und Ehescheidungen verknüpft sind. Dazu gehören aufseiten der Erwachsenen u.a. psychische und somatische Beschwerden, sexuelle Störungen, Alkoholmissbrauch und Gewalt in der Ehe.

Hier einige ausgewählte Untersuchungen:

  • In einer  Zufallstichprobe von 495 Klienten/innen aus Eheberatungsstellen wurde festgestellt, dass "ca. 45 % der Frauen und 30 % der Männer klinisch depressiv waren und über erhebliche körperliche Beschwerden klagten" (Klann/Hahlweg 1995, S. 73). 
  • Bei Kindern, deren Eltern in einer dysfunktionalen Paarbeziehung leben, treten vermehrt Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen auf (Peterander et al. 1992). 
  • Eine prospektive Längsschnittuntersuchung  von 362 Kindern ergab, dass diese schon im Alter von zwei Jahren hochsignifikant mehr Symptome aufwiesen, wenn ihre Eltern in einer disharmonischen Partnerbeziehung lebten (Weindrich et al. 1992). 
  • Viele Untersuchungen belegen auch, dass Kinder getrennt lebender oder geschiedener Eltern überdurchschnittlich häufig verhaltensauffällig sind (zusammenfassend siehe Fthenakis/Niesel/Kunze 1982; Textor 1991). 

Aus dieser Situation resultiert ein großer Bedarf an (Ehe-)Beratungsangeboten. Diese werden von den Betroffenen aber oft überhaupt nicht oder zu spät angenommen – wenn sich Beziehungsstörungen bereits derart verfestigt haben, dass sie häufig einer therapeutischen Intervention standhalten. Das Aufschieben der Suche nach Hilfe hängt auch mit der gegenüber psychosozialen Institutionen noch immer bestehenden Schwellenangst und mit gesellschaftlichen Mythen zusammen, nach denen z.B. eine glückliche Ehe von selbst und ohne Mühe zustande kommt, wenn zwei Menschen sich lieben, oder nach denen die Bitte um Beratung ein Zeichen der Schwäche und des Versagen ist. Deshalb ist es angezeigt, präventiven Angeboten für (Ehe-)Paare mehr Bedeutung als bisher zuzusprechen. Darunter fällt neben der Ehevorbereitung  vor allem die Eheberatung, die sich entweder an Paare ohne Probleme (primäre Prävention) oder an "Risikogruppen" (sekundäre Prävention) richtet. Bei der Eheberatung – die als relativ kurzzeitiges Gruppenangebot sehr viel kostengünstiger

 

Quelle: 
Familiendynamik 1998, 23, S. 156-170 

    

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