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Pisa-Studie - Schlechte Noten für Lehrer und Eltern 

Nach dem schlechten  Abschneiden der deutschen Schüler bei der internationalen Schuleistungsstudie «Pisa» geraten nun auch Eltern und Lehrer in die Kritik. Eine Begleitbefragung zeigt jetzt auf, dass deutsche Eltern weitaus weniger mit ihren Kindern über Schule und vor allem über persönliche Dinge reden als Eltern in anderen Industriestaaten.

Zudem zeigen deutsche Lehrer nach Einschätzung ihrer Schüler zu wenig Interesse an ihrem Lernerfolg. Vermisst wird vor allem Hilfe beim Lernen und ein Eingehen auf ihre individuelle Lern- und Lebenssituation.

All dies geht aus den «Pisa»-Schülerbefragungen hervor, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Anfang Dezember 2001 in Paris veröffentlichte. Nur etwas mehr als 40 Prozent der deutschen Eltern reden danach regelmäßig mit ihren Kindern über die schulischen Leistungen. In den Niederlanden sind dies dagegen gut 60 Prozent, in Italien sogar über 80 Prozent (OECD- Durchschnitt: 51,2).

Ähnlich sieht es bei der Frage aus, ob Eltern regelmäßig Zeit für persönliche Gespräche mit ihrem Nachwuchs finden. Dabei scheinen mit 86 Prozent in Italien die Familienbande noch am festesten zu sein, gefolgt von den Niederlanden (69,5 Prozent) und Großbritannien (61,7). In Deutschland bescheinigen dies nur 41,2 Prozent der 15- Jährigen ihren Eltern. Während zugleich mehr als jedes dritte Elternteil in Japan, Großbritannien oder Italien «mehrmals in der Woche» Muße findet, mit dem Schüler über Bücher, Filme und Fernsehen zu reden, sind dies in Deutschland nur 16,2 Prozent der Eltern.

Aber auch die deutschen Lehrer schneiden im Urteil ihrer Schüler weitaus schlechter ab als die Pädagogen anderer Länder. So glaubt jeder fünfte Schüler, dass die Lehrer «nie» am Lernerfolg aller Schüler in der Klasse gleichermaßen interessiert seien. Im Durchschnitt der anderen Industriestaaten ist nur jeder zehnte Schüler dieser Auffassung. Deutsche Schüler vermissen zudem weitaus häufiger als ihre Alterskameraden aus anderen Ländern die Hilfe des Lehrers beim Lernen und ein Eingehen auf ihre individuellen Bedürfnisse.

Besonders gut werden dagegen die Lehrer in Großbritannien und Dänemark von ihren Schülern beurteilt. Deutsche Schüler beklagen zudem weitaus häufiger Behinderungen des Unterrichts durch Fehlen der Lehrer. Am «pflichtbewusstesten» schneiden dagegen nach dem Schülerurteil die Pädagogen in Korea ab.

Trotz Kritik an den Lehrern: Beim Thema Schulzufriedenheit und soziale Kontakte mit Mitschülern haben die Deutschen zusammen mit den Österreichern die besten Umfrageergebnisse - wenngleich zwischen den befragten Ländern kaum große nationale Unterschiede bestehen. 37,7 Prozent der deutschen Schüler haben das Gefühl, voll zur Klassengemeinschaft zu gehören (OECD 22,9 Prozent). Als «Außenseiter» sehen sich dagegen nur 1,9 Prozent (OECD: 2,1 Prozent). Zwei Prozent fühlen sich «einsam» (OECD: 2,2).

Bei der Einschätzung von Alkohol- und Drogenmissbrauch unterscheiden sich deutsche Schüler nicht wesentlich von ihren Alterskameraden in anderen Ländern. Im OECD-Schnitt gaben weniger als 3 Prozent der 15-Jährigen zu, «viel» davon zu konsumieren. Ausnahme ist Griechenland, wo dies 45,4 Prozent zugaben.

Bei dem Anfang Dezember vorgestellten «Pisa-Leistungstest» über Leseverständnis sowie über mathematische und naturwissenschaftliche Grundkenntnisse hatten die deutschen Schüler unter 32 Staaten abgeschlagen die Plätze 19 bis 25 belegt. Als besonders dramatisch gilt, dass 23,6 Prozent der 15-jährigen Deutschen nur über die minimale Fähigkeiten verfügen, einen Text richtig zu verstehen. Auch ist in Deutschland wie in keinem anderen Industrieland die soziale Herkunft entscheidend für den Schulerfolg. Für «Pisa» wurden weltweit 260 000 Schüler getestet.

Quelle: dpa, 17.12.2001

    

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