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Mit PID zum Wunschkind  

Großbritannien hat die Indikationen für die Präimplantationsdiagnostik erweitert 

Innerhalb der britischen Ärzteschaft ist die Diskussion über die Anwendung von Präimplantationsdiagnostik (PID) neu entflammt. Kurz vor Weihnachten hatte die zuständige Aufsichtsbehörde in Großbritannien die Indikationen für die PID erweitert. Das berichtet die Ärztezeitung-online am 8.1.2002.

Damit wird es Eltern erstmals erlaubt, mittels PID einen Blut- oder Gewebespender für ein bereits geborenes, krankes Kind auszuwählen.

Bislang durfte PID in Großbritannien lediglich zum Ausschluß schwerer genetisch bedingter Krankheiten angewandt werden. In mindestens einem Fall wurde allerdings Eltern erlaubt, PID zur Verhinderung der Geburt eines Kindes mit Down Syndrom einzusetzen. Jetzt entschied die Aufsichtsbehörde Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA), daß das umstrittene Verfahren grundsätzlich auch zur Schaffung von genetisch geeigneten Blut- oder Gewebespendern benutzt werden darf. Eine Familie aus Nottingham (Mittel-England) hatte um die Erlaubnis nachgesucht, ein als Blut- oder Gewebespender geeignetes Kind zu zeugen. Das andere Kind der Familie leidet an Beta-Thalassämie. Die Krankheit spricht gut auf die Transplantation von Nabelschnurblut, in dem Stammzellen enthalten sind, an.

Die HFEA sprach sich grundsätzlich für eine Indikationserweiterung der PID aus, knüpfte diese aber an Bedingungen. So muß zunächst in jedem Einzelfall ein HFEA-Unterkommittee die Genehmigung für das Verfahren geben. Das überwiegend mit Wissenschaftlern und Ärzten besetzte Kommittee soll bei seiner Entscheidung auch die familiäre Situation der betroffenen Eltern mit berücksichtigen. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, daß sich die Entscheider in der Regel an Krankheiten und Behinderungen orientieren, die auch eine Schwangerschaftsunterbrechung möglich machen.

Kritiker wiesen darauf hin, daß die Indikationausweitung die PID in den Rang einer gesellschaftlich anerkannten Therapiemethode erhoben habe. Das sei bedenklich. Selektion dürfe nicht zur Regel werden.

 

    

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