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Mobile Lebensformen

"Im Mittelpunkt der Studie stehen fünf mobile Lebensformen: 

  1. Fernpendler: Lange Anfahrtswege zur Arbeit werden in Kauf genommen, um den gemeinsamen Wohnort des Paares oder der Familie zu erhalten. Das Pendeln erfolgt in aller Regel täglich, die Fahrzeit für die einfache Wegstrecke beträgt mindestens eine Stunde;
  2. Umzugsmobile: Paare bzw. Familien, die sich aufgrund beruflicher Mobilitätserfordernisse in den letzten fünf Jahren zu einer Verlagerung ihrer gemeinsamen Haushalts entschieden und einen Fernumzug hinter sich haben;
     
  3. Wochenendpendler (Shuttles): Die Paare gründen einen Zweithaushalt am Arbeitsort des mobilen Partners, der nur arbeitsbezogen genutzt wird. An den Wochenenden oder in anderen zeitlichen Rhythmen teilen die Partner den gemeinsamen "Haupthaushalt";
  4. Varimobile: Mindestens einer der beiden Partner ist an wechselnden Orten beruflich tätig und ist in dieser Zeit in Hotels, Gemeinschaftsunterkünften etc. untergebracht ist; das gilt z.B. regelmäßig für Berufsgruppen (z.B. Vertreter, Pilot oder Manager), bei denen bereits mit der Berufswahl Mobilität mitgewählt wird;
  5. Fernbeziehungen (Living Apart Together - LATs): Bei diesen Paaren verfügt jeder der Partner über einen eigenen Haushalt, einen gemeinsamen "Haupthaushalt" gibt es nicht. 

Als Vergleichsgruppe wurden auch nicht mobile Personen befragt: · 

  1. Die Ortsfesten: Paare, die bislang nicht mit beruflichen Mobilitätserfordernissen konfrontiert und noch nie mobil waren; · 
  2. Die Verweigerer (Rejectors): Paare, die berufliche Mobilitätserfordernisse z.T. unter Verzicht auf berufliche Karriere zugunsten der Familie abgelehnt haben." 
(aus: Norbert F. Schneider/Kerstin Hartmann/Ruth Limmer (2001):"Berufsmobilitä und Lebensform - Sind berufliche Mobilitätserfordernisse in Zeiten der Globalisierung noch mit Familie vereinbar? Konzeption der Studie und ausgewählte Hauptergebnisse")

Berichte über Alleinlebende sind im allgemeinen Berichte über Partnerlose. Dies verkennt die Tatsache, dass viele Alleinlebende feste Partner haben. Die konservative Haushaltsstatistik, die immer noch an der lebenslangen Wohn- und Versorgungsgemeinschaft Ehe orientiert ist, überschätzt deshalb das Phänomen Partnerlosigkeit. In der Reportage von HEBEL kommt eine 32-Jährige Managerin zu Wort, die eine Fernbeziehung führt: "In der Woche arbeitet sie in Frankfurt und wohnt in ihrem Ein-Zimmer-Apartment in Sachsenhausen. Am Wochenende fährt sie nach Hamburg und lebt mit ihrem Freund in der gemeinsamen Drei-Zimmer-Wohnung im Stadtteil Hamm-Süd. Damit gehört Nissen der immer größer werdenden Gruppe derjenigen Paare an, die für kürzere oder längere Zeit eine Beziehung auf Distanz führen. Dieses Phänomen hat der Mainzer Soziologie-Professor Norbert Schneider im Auftrag des Bundesfamilienministeriums in einer Studie über 'berufliche Mobilität und Lebensform' erarbeitet, deren Ergebnisse am 28. August vorgestellt werden sollen. Danach ist inzwischen jede achte Liebe eine Fernbeziehung. 1985 sollen es nur halb so viele gewesen sein." Frankfurt, Berlin und Hamburg - Städte mit vielen Arbeitsplätzen bei Banken, an der Uni oder im Medienbereich - sollen Hochburgen der Fernliebenden sein. Bahn, Fluggesellschaften und die Telekombranche verdienen gut an diesen Karrierepaaren. Aber Fernliebende gehören nicht nur zu diesen Spitzenverdienern, sondern auch Jugendliche werden durch Studienplatz oder Bundeswehr zu eher unfreiwilligen getrenntwohnenden Paaren, was im Artikel unerwähnt bleibt. Die Fernbeziehung ist auch nicht nur die Folge einer Aufstiegsorientierung wie dies von HEBEL dargestellt wird, sondern ist eine Möglichkeit dem drohenden beruflichen Abstieg zu entgehen.

 

    

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