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Familiäre Gewalt macht anfällig für Fremdenfeindlichkeit

Zerrüttete Familienverhältnisse machen Kinder und Jugendliche besonders anfällig für fremdenfeindliche Gewalttaten. Das sind die Ergebnisse mehrerer Studien des Deutschen Jugendinstituts und der Universitäten München und Jena. Ein Großteil der rechten Straftäter habe während der Kindheit Gewalt als Hauptmittel zur Klärung von alltäglichen Streitsituationen erfahren und sich angeeignet, teilte das Deutsche Jugendinstitut am Freitag in München mit. Die Prävention müsse daher möglichst früh ansetzen.

Auffällig bei rechten Gewalttätern seien die «starken Emotionen der Angst, Ohnmacht, Wut und Trauer», hieß es. Diese hätten die Täter als Kinder erlebt und in Aggressivität umgesetzt. Rechtsextreme Einstellungen spielten in dieser Lebensphase noch kaum eine Rolle.

Neun von zehn rechten Gewalttätern seien bereits während der Grundschulzeit durch Gewaltanwendung aufgefallen. Zugleich ließen die Leistungen bei vielen Tätern in der Schule zu wünschen übrig. Während der Jugendzeit komme es dann zur Mitgliedschaft in ausländerfeindlichen Gruppen und Freundeskreisen. «Die meist schon seit der Kindheit vorhandene Aggressivität richtet sich jetzt nicht mehr nur gegen Mitschüler und Lehrer, sondern zunehmend gegen Minderheiten.»

Seit Beginn der 90er Jahre änderte sich die Struktur der fremdenfeindlichen Gruppierungen nach Angaben des Jugendinstituts kaum. Noch immer sei der Großteil der Gewalttäter männlich, ledig und zwischen 15 und 24 Jahren alt. Wenn junge Frauen wegen entsprechender Delikte verurteilt wurden, seien deren Gewalttaten allerdings genau so brutal gewesen wie die der männlichen Täter. Arbeitslose seien unter den rechten Gewalttätern zwar deutlich überrepräsentiert. Vier Fünftel der Täter seien jedoch nicht arbeitslos. «So erscheint Arbeitslosigkeit als eine wichtige, aber nicht die wichtigste Bedingung.»

Das Jugendinstitut forderte als Reaktion auf die Ergebnisse der Studie, emotional auffallenden Kindern schon früh Hilfe anzubieten. Familienhilfen und andere Maßnahmen in Kindergärten und Grundschulen seien dringend notwendig. Für die Studien wurden sämtliche Polizeiakten zu fremdenfeindlichen Tatverdächtigen in Deutschland im Jahre 1997 sowie einschlägige Gerichtsurteile ausgewertet.

Quelle: dpa 12.04.2002

    

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