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Die besten Erziehungs-Tipps - und die häufigsten Fehler

Fragt man Experten, welche Regeln Eltern auf keinen Fall missachten sollten, so herrscht erstaunliche Einigkeit. Drei Strategien bilden demnach die Grundlage der effektiven Erziehung. 

Die wichtigsten Erziehungs-Tipps

AUFMERKSAMKEIT UND "WERTVOLLE ZEIT": Ohne ein posititves Verhältnis zum Kind sind alle Erziehungsanstrengungen vergeblich. Dazu gehört, mit dem Kind zu reden, ihm mit Interesse zuzuhören, Zuneigung zu zeigen, vor allem auch körperliche. Als "wertvolle Zeit" bezeichnen Forscher über den Tag verteilte kurze Zeitspannen - es reichen ein bis zwei Minuten -, in denen Sie dem Kind Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Viele solcher "Inseln" der Beachtung durch die Eltern sind wichtiger für das Kind und die häusliche Harmonie, als einmal am Tag eine ganze Stunde Zuwendung.

FAMILIENREGELN UND "DIREKTES ANSPRECHEN": Familien sollten sich wenige wichtige Regeln geben, die für alle Mitglieder gelten, etwa: Es wird am Tisch gegessen. Oder: Wir schlagen nicht und schreien uns nicht an - was auch für die Geschwister untereinander gilt. Entscheidend ist: Wird eine dieser Grundregeln verletzt, müssen Eltern sofort einschreiten und auf der Einhaltung beharren ("direktes Ansprechen"). Nur so lernen Kinder die Verbindlichkeit von Übereinkünften.

KLARE ANWEISUNGEN UND "LOGISCHE KONSEQUENZEN": Viele Konflikte in Familien resultieren aus mangelhafter Kommunikation. Eltern geben beiläufige oder unklare Anweisungen, Kinder wissen nicht, was sie tun sollen. Wenn Mütter und Väter etwas von ihrem Kind verlangen, sollten sie dessen Aufmerksamkeit gewinnen, genau sagen, was sie von ihm erwarten, ihm Zeit geben, der Aufforderung nachzukommen - und es anschließend loben. Weigert sich das Kind, sollten "logische Konsequenzen" folgen. Beispiele: Kinder streiten sich lauthals über das Fernsehprogramm, also wird das TV-Gerät ohne Debatte für zehn Minuten abgeschaltet. Oder: Ein Sohn will den Fahrradhelm nicht aufsetzen, also wird das Fahrrad für eine halbe Stunde weggestellt. Wichtig: Eltern, die nicht bereit sind, eine Konsequenz durchzusetzen, sollten ein Problemverhalten erst gar nicht ansprechen. Tadeln und Drohen ohne Folgen führen nur zu Streit.

UNGEWOLLTE BELOHNUNG: Wenn Eltern einem Kind Spielzeug oder Süßigkeiten geben, um es von einem Fehlverhalten abzubringen, wird dessen Verhalten vielmehr belohnt - und tritt wahrscheinlich häufiger auf. Auch Schimpfen oder langes Diskutieren schenken Aufmerksamkeit und verstärken eher das Verhalten, das verhindert werden soll.

ESKALATIONSFALLEN: Kinder lernen schnell, dass ihnen durch Steigerung eines Verhaltens ein Wunsch eher erfüllt wird. Der Sohn fordert kurz vor dem Mittagessen immer lauter Süßigkeiten; gibt die Mutter irgendwann nach, wird das Kind für die Eskalation seiner Ansprüche belohnt. Ähnlich falsch wäre es, wenn Eltern sich angewöhnen, immer aggressiver zu werden, um ihr Kind zu einem bestimmten Verhalten zu bewegen.

IGNORIEREN VON ERWÜNSCHTEM VERHALTEN: Einige Kinder haben wenig oder gar nichts davon, wenn sie sich gut benehmen. Im Gegenteil: Angemessenes Verhalten findet meist viel weniger Beachtung als schlechtes. Wenn Kinder bei gutem Betragen ignoriert werden, lernen sie, dass sie nur durch Krawall auf sich aufmerksam machen können.

INEFFEKTIVER UMGANG MIT ANWEISUNGEN: Ob Kinder eine Anweisung befolgen, hängt stark davon ab, wie Eltern sie geben. Die häufigsten Probleme dabei: zu viele Anweisungen auf einmal, sodass Kinder das Gefühl bekommen, es ihren Eltern überhaupt nicht recht machen zu können. Überforderung. Ein dreijähriges Kind, das sein Zimmer allein aufräumen soll, ist schlicht zu jung für die Aufgabe. Anweisungen zur falschen Zeit. Das Kind sieht sich einen Film an, die Mutter ruft ihm im Vorbeigehen einen Auftrag zu - so wird Streit programmiert, weil das Kind die Aufforderung wahrscheinlich nicht einmal gehört hat. Ungenaue Anweisungen. Kinder sind nicht in der Lage, vage oder abstrakte Order zu entschlüsseln, etwa: "Sei nicht albern", oder "Benimm dich ordentlich". Kinder müssen genau und Schritt für Schritt erfahren, was von ihnen verlangt wird. 

WIRKUNGSLOSER EINSATZ VON STRAFE: Strafe wird angedroht, aber nicht ausgeführt. Auch wenn Drohungen zunächst wirken, werden Kinder schnell lernen, sie zu ignorieren, wenn Eltern keine Taten folgen lassen. Im Zorn erteilte Strafe. Dabei besteht immer das Risiko, dass Eltern die Kontrolle verlieren und dem Kind weh tun. Inkonsequente Strafanwendung macht es für Kinder nahezu unmöglich, einzuschätzen, was von ihnen erwartet wird. Auch wenn Mutter und Vater nicht gemeinsam für Konsequenz einstehen, können Verhaltensprobleme auftreten. 

EMOTIONALE MITTEILUNGEN: Demütigende Äußerungen wie "Du bist einfach nur dumm" schwächen das Selbstwertgefühl des Kindes und lösen Widerstand und Wut aus. Es muss für Eltern immer darum gehen, Verhalten zu regulieren, nicht die Persönlichkeit des Kindes anzugreifen.

 

 

    

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