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Die geburtenschwachen Jahrgänge kommen ins Heiratsalter

Rückgang der Trauungen um 3,9 %

Die Zahl der Eheschließungen sank im Jahr 2001 um 6,8 Prozent, die Zahl der Geburten ging im Vergleich zum Vorjahr um 3,9 Prozent zurück. Bei den Eheschließungen sei das der stärkste Rückgang seit 1992, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden im Mai 2002.

«Die geburtenschwachen Jahrgänge kommen jetzt in das Heiratsalter», sagte Bundesamts-Statistikerin Bettina Sommer. Zudem gehe die Tendenz weiter in Richtung Zusammenleben ohne Trauschein. Im vergangenen Jahr gaben sich nur noch 389 000 Paare das Jawort. Seit 1988, als noch 535 000 Trauungen stattfanden, nimmt die Zahl der Eheschließungen stetig ab. Die Zahl der Trauungen pro 1000 Einwohner («Eheschließungsziffer») nahm in den 90er Jahren von 6,5 auf 5,1 im Jahr 2000 ab, wie das Zukunftsinstitut von Matthias Horx (Kelkheim) unter Berufung auf Eurostat-Daten berichtet.

Bei den Geburten gibt es seit 1990 eine rückläufige Entwicklung. «Es gibt weniger potenzielle Eltern», erklärte Sommer. Zudem halte der Trend unvermindert an, als Frau später und weniger Kinder zu bekommen. Auch die Kinderzahl pro Frau nahm laut Eurostat ab - bekam 1990 jede Deutsche statistisch gesehen noch 1,45 Kinder, waren es 2000 nur noch 1,34.

Im Jahr 2001 wurden nach Angaben des Bundesamtes 730 000 Kinder geboren. Obwohl die Zahl der Sterbefälle um 1,3 Prozent auf 821 000 sank, ergab sich ein Geburtendefizit von 91 000. Vor zwölf Jahren hatte es in Deutschland noch mehr als 900 000 Neugeborene gegeben.

Nach Ansicht des Bundesfamilienministeriums in Berlin müssen für eine Steigerung der Geburtenrate die politischen Rahmenbedingungen für Familien weiter verbessert werden. «Der Vergleich zeigt, dass die Geburtenraten in Ländern mit guter Vereinbarkeit von Familie und Beruf deutlich höher sind», sagte Ministeriumssprecherin Beate Moser. Eine der wichtigsten Aufgaben sei dabei die Verbesserung des Kinderbetreuungsangebotes.

Die Basis für eine kinderfreundliche Familienpolitik ist nach Ansicht einer Familienexpertin die Abschaffung des Ehegattensplittings. «Mit diesem Uraltzopf wird nur die Ehe gefördert, ob mit Kind oder ohne», sagte die Professorin für Familienpolitik, Ingrid Langer, der dpa in Marburg. Sinnvoller sei es, das Geld für Familien an «Leistung» zu koppeln - wie zum Beispiel Kindererziehung oder die Pflege alter Menschen. In den Genuss des Steuerprivilegs kommen bislang auch verheiratete Paare ohne Kinder, allein Erziehende dagegen nicht.

 
Quelle: 
dpa - Mitteilung vom 21.05.2002
Statistisches Bundesamt - Pressemitteilung Nr. 170 vom 21.05.2002
 

    

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