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Vereinbarkeit von Beruf und Familie mit besserer Kinderbetreuung

Studie zu Kinderbetreuung und Arbeitsmarktverhalten von Müttern in West- und Ostdeutschland

Die Studie untersucht den Zusammenhang zwischen umfassender Kinderbetreuung und Erwerbsbeteiligung von Müttern. Daten des sozio-oekonomischen Panels (SOEP) von 4.700 Kindern und 3.000 Müttern wurden einer empirischen Analyse unterzogen. Die Ergebnisse bestätigen die These, dass eine zeitlich umfassendere institutionelle Kinderbetreuung nicht nur mit einer höheren Erwerbsbeteiligung der Mütter, sondern auch mit einer höheren Qualität der Erwerbstätigkeit, gemessen am Einkommen der Mütter, verbunden ist. "Der Ausbau ganztägiger Kinderbetreuung führt zu einer höheren Erwerbsbeteiligung der Mütter, erhöht damit das Einkommen der Familien und hilft den Familien in einer entscheidenden Phase ihres Lebens", erklärt Bundesfamilienministerin Bergmann. Die Studie wurde von PD Dr. Felix Büchel (Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Berlin) und Dr. C. Katharina Spieß (DIW Berlin) im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erarbeitet.

Vor allem in Westdeutschland gibt es erhebliche Erwerbspotentiale bei Müttern. So wünschen sich in Westdeutschland knapp 70 Prozent der nichterwerbstätigen Mütter mit Kindern bis zu 12 Jahren die Aufnahme einer Erwerbsarbeit. Diesen Wünschen der Mütter steht im Westen ein unzureichendes Angebot an Plätzen in Kindertageseinrichtungen entgegen.

Mütter, deren Kinder bereits ganztägig betreut werden, wollen in einem hohen Maße erwerbstätig sein. So plant jede zweite nichterwerbstätige Mutter in Westdeutschland, deren jüngstes Kind im Kindergarten ganztägig betreut wird, eine Erwerbsaufnahme (bei Halbtagsbetreuung: 28 Prozent). 39 Prozent dieser erwerbswilligen Mütter mit ganztägig betreuten Kindern planen eine Erwerbsaufnahme möglichst sofort oder innerhalb des kommenden Jahres. 17 Prozent streben sogar eine Vollzeitstelle an (Mütter mit halbtägig betreuten Kindern: 4 Prozent).

Die Studie mache deutlich, wie wichtig Ganztagsbetreuungsangebote seien, damit Mütter ihren Wunsch nach Erwerbstätigkeit auch realisieren können, betont Bundesministerin Bergmann. Wer bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie voran kommen wolle, müsse in Kinderbetreuung investieren.

"Das A & O für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine bessere Kinderbetreuung. Deshalb hat der Ausbau der Kinderbetreuung oberste Priorität. Mit 4 Mrd. Euro werden wir in der nächsten Legislaturperiode den Ausbau der Ganztagsbetreuungsangebote unterstützen. Wir unterstützen damit die Länder und Kommunen, die in dieser Frage primär verantwortlich sind, weil wir den Familien da helfen wollen, wo sie am stärksten der Schuh drückt. Ich freue mich, dass wir für unseren Kurs auch immer mehr Unterstützung von wichtigen gesellschaftlichen Gruppen erhalten: von Gewerkschaften, Familienverbänden, Wohlfahrtsverbänden."

Die Studie zeigt auch, wie wichtig Kinderbetreuungseinrichtungen für die soziale Integration von Kindern sind. Kinder aus sozial schwächeren Verhältnissen und Kinder mit einem Migrationshintergrund besuchen in geringer Zahl Kindertageseinrichtungen. "Wir wollen allen Kindern in unserem Land gleiche Startchancen bieten. Auch deshalb brauchen wir ein flächendeckendes Kinderbetreuungsangebot für Kinder jeder sozialer Herkunft. Kindertagesstätten sind Bildungseinrichtungen, in denen die Kinder spielerisch lernen. Wir brauchen mehr qualitativ gute Kinderbetreuungseinrichtungen, wenn wir Chancengerechtigkeit für alle Kinder erreichen wollen", führt Bundesministerin Bergmann weiter aus.

Quelle: Pressestelle BMFSFJ, Pressemitteilung Nr. 427 Veröffentlicht am 4. Juni 2002

    

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