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Zahl der Kinder schwankt je nach Region 

Die Geburtenrate ist in Deutschland regional unterschiedlich hoch. Statistisch gesehen liegt Niedersachsen an erster Stelle, denn hier bringt jede Frau 1,5 Kinder zur Welt. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt, wo der Wert bei 1,1 Kindern liegt. Das teilt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln mit, das die derzeit aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 1999 ausgewertet hat.

Die Zahlen verdeutlichen auch das Ost-West-Gefälle bei der Geburtenrate: So kommen in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin, Brandenburg und Sachsen statistisch gesehen pro Frau jeweils nur 1,2 Kinder zur Welt. Ähnlich niedrige Werte erreichen in Westdeutschland nur die Stadtstaaten Hamburg und Bremen (1,2 beziehungsweise 1,3 Kinder) sowie das Saarland (1,3 Kinder). Im Durchschnitt bringt jede Frau in Deutschland 1,4 Kinder zur Welt.

In ähnlicher Weise wie schon bei den Eheschließungen, wollen wir uns nun einen Eindruck über die Geburtenentwicklung in Deutschland auf der Grundlage der zuvor definierten Maßzahlen verschaffen. In der Graphik 1 ist die rohe Geburtenrate für Ost- und für Westdeutschland, ehemals DDR und BRD, dargestellt. 

 

Graphik 1 Rohe Geburtenrate im Vergleich West-/Ostdeutschland 1946 bis 1996 

Der Verlauf der rohen Geburtenrate ist dem Verlauf der rohen Heiratsrate in dem betrachteten Zeitraum von 1946 bis 1996 relativ ähnlich. Wir erkennen einen „Babyboom“ in den 50er und in den frühen 60er Jahren, der in beiden Teilen Deutschlands von einem starken Abfall der rohen Geburtenrate im Verlauf der zweiten Hälfte der 60er Jahre abgelöst wird. Während in der alten Bundesrepublik bzw. Westdeutschland die rohe Geburtenrate in der Folgezeit auf einem niedrigen Niveau verbleibt, steigt sie in der DDR Mitte der 70er Jahre noch einmal deutlich an und verläuft bis zum Ende der 80er Jahre auf einem höheren Niveau als in Westdeutschland. Wie schon bei den Eheschließungen folgt in Ostdeutschland gegen Ende der 80er Jahre ein drastischer Rückgang der rohen Geburtenrate. Sie sinkt im Jahre 1993 bzw. 1994 auf weniger als die Hälfte des Wertes des Jahres 1988. Wenden wir nun den altersspezifischen Geburtenziffern. Hier dazu die Graphik 2, in der altersspezifischen Geburtenziffern für Frauen aus Westdeutschland in den Jahren 1990, 1994 und 1996 im Vergleich dargestellt sind. 

Graphik 2: Alterspezifische Geburtenziffern westdeutscher Frauen für die Jahre 1990, 1994, 1996 

Nachdem in Westdeutschland in den Jahren nach 1965 die altersspezifischen Geburtenziffern von Frauen im Alter unter 25 Jahren stark zurückgegangen waren und damit eine deutliche Zunahme des durchschnittlichen Alters bei der Geburt von Kindern einherging, gibt es im Vergleich der Jahre 1990, 1994 und 1996 nur noch geringfügige Unterschiede in den altersspezifischen Geburtenziffern. Die höchsten Geburtenziffern finden sich in den Altersgruppen der 28- bis 31jährigen Frauen. Die Hauptphase der Familiengründung hat sich also in ein relativ hohes Alter verlagert. Wie die nächste Graphik 3 zeigt, erfolgt noch im Jahre 1990 in Ostdeutschland die Familiengründung in einem wesentlich jüngeren Alter der Frauen als in Westdeutschland. Wir finden hier die größten altersspezifischen Geburtenziffern in den Altersjahren 22, 23, 24 und 25. Dieselbe Graphik zeigt, dass aber gerade in diesen Altersklassen die Geburtenhäufigkeiten im Verlauf der folgenden Jahre in Ostdeutschland drastisch zurückgegangen sind. 50 

Graphik 3 Altersspezifische Geburtenziffern in ostdeutscher Frauen für die Jahre 1190, 1994 und 1996

Der drastische Geburtenrückgang in Ostdeutschland nach 1989 ist vor allem auf einen starken Rückgang von Geburtenzahlen von Frauen im jüngeren Alter zurückzuführen. Inwieweit dieser Rückgang allein durch den Aufschub von Geburten bedingt ist, wird die Zukunft zeigen. Es hängt davon ab, ob die in diesem Zeitraum nicht realisierten Geburten von den Frauen in den nächsten Jahren nachgeholt werden. In diesem Fall würden wir kohortenspezifisch einen deutlichen Anstieg des Alters bei der Geburt von Kindern zu registrieren haben, ohne dass die durchschnittliche Anzahl von Kindern pro Kohorte zurückgeht. Letzteres ist realistischerweise aber kaum zu erwarten. Häufig wird betont, dass die Veränderung des Geburtenverhaltens in Ostdeutschland sich als Anpassungsprozeß an das westdeutsche generative Verhalten begreifen lässt. Dazu betrachte man die nächste Graphik 4 

Graphik 4: Altersspezifische Geburtenziffern in ost- und westdeutscher Frauen für das Jahr 1996 

Im Jahre 1996 sind die Kurven der altersspezifischen Geburtenziffern in Ost- und in Westdeutschland noch deutlich voneinander verschieden. Eine starke Angleichung der Kurven hat sich in den Altersstufen 15 bis 26 ergeben. Das Timing der Familiengründung hat sich demnach in Ost- und Westdeutschland deutlich angenähert. Eine Angleichung der altersspezifischen Geburtenziffern von Frauen im Alter von mehr als 27 Jahren konnte bisher gar nicht erfolgen. Diese Geburtenziffern basieren im wesentlichen auf Geburten zweiter Ordnung von Frauen, die noch zu DDR-Zeiten in einem jüngeren Alter ihre Familiengründung vollzogen haben.

Quelle: dpa - Meldung vom 21.08.2002
Info der UNI-Rostock

 

 

    

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