Eheseelsorge.Net
Der optimistische Ansatz zur Ehe und Familie
Damit
Gutes bleibt 
[home] [Information] [Ehe] [Familie] [        ] [Verschiedenes] [Impressum]

[NEWS]

Hilfe bei schlechten Nachrichten für Kinder 

Einstürzende Hochhäuser, Selbstmordattentäter oder Jahrhundert-Fluten: Seit einem Jahr scheint es so, als würden die Berichte von Terror, Krieg und Verwüstung kein Ende nehmen. Wie erkläre man seinen Kindern, was in der Welt passiert. Ein vor wenigen Tagen in deutscher Übersetzung erschienenes Buch zweier amerikanischer Geistlichen will nun Eltern Hilfe an die Hand geben.

Der Rabbiner Marc Gellman und der katholische Priester Thomas Hartman appellieren dabei zunächst einmal an den Verstand ihrer jungen Leser: «Flugzeugabstürze machen die größten Schlagzeilen, weil dabei die meisten Menschen ums Leben kommen», schreiben sie und stellen dann fest: «Aber man muss sich wundern, wenn man bedenkt, wie viele Flugzeuge auf wie vielen Flügen nicht abstürzen, und wie viele Menschen jeden Tag völlig problemlos von einem Ort an den anderen gelangen.»

Dass die Häufung von Unglücken in den Nachrichten nicht immer rational zu verstehen ist, wissen auch die beiden Autoren. Sie zitieren einen Spruch aus dem amerikanischen Nachrichtenwesen: «Fließt Blut, tut das dem Leitartikel gut». Und die beiden wären nicht Geistliche, wenn sie daraus nicht folgerten: «Tief in uns liegt etwas, das sich zum Schrecklichen hingezogen fühlt wie die Fliegen zum Misthaufen». Auch das wachsende Interesse an Nachrichten über Prominente und deren Privatleben hat für die Autoren auch einen psychologischen Grund. Viele Leute hörten gerne etwas über die Schwierigkeiten der Reichen und Berühmten, «weil das normalen Menschen das Gefühl gibt, ihr eigenes Leben sei besser, selbst wenn sie nicht reich sind.»

Der Verweis auf die unzulängliche menschliche Natur wiederum bringt die Autoren zu folgender eher ernüchternden Erkenntnis: «Das Gute an den schlechten Nachrichten ist, dass sie uns dazu bringen, uns die kaputten Stellen unserer Welt anzuschauen.» In ihrem Band versuchen sie, dies an zahlreichen Beispielen wie Hunger, Drogen oder Umweltverschmutzung zu erläutern.

Auch wenn manchem Leser das mitschwingende amerikanische Pathos gelegentlich des Guten zu viel sein mag, führen Gellman/Hartman die Kinder verständlich an die «schlechten» Nachrichten heran, wie Ulrich Wickert in einem Vorwort feststellt. «Häufig fragen mich Zuschauer, weshalb wir nicht mehr gute Nachrichten senden», schreibt der ARD- Nachrichtenmoderator. «Nun, das liegt daran, dass gute Nachrichten häufig einen schlechten Hintergrund haben», stellt Wickert fest.

Nur auf schlechte Nachrichten wie Krieg, Hunger und Seuche könnten auch gute wie Frieden, Hilfe und Gesundung folgen, meint Wickert, der seit 1991 die «Tagesthemen» präsentiert. Einen Ratschlag an die jungen Leser des Buches hält er jedoch für unumstößlich: «Wer...keine Nachrichten sieht, der - verzeih, wenn ich das so hart sage - bleibt dumm.»

(Marc Gellman/Thomas Hartman, Wo steckt Gott? Wie wir unseren Kindern helfen können, mit schlechten Nachrichten umzugehen, Carlsen Verlag Hamburg, 160 Seiten, 12 Euro)

 

Quelle:
dpa - Meldung vom 03.09.2002

 

    

(c) eheseelsorge.net, 2000-2008