Super Nanny - eine Anleitung zum Kampf im Kinderzimmer
Pressemitteilung der DGSF vom 06.01.2005
DGSF kritisiert "schwarze Gehorsamspädagogik" in der
erfolgreichen RTL-Serie Die Deutsche Gesellschaft für Systemische
Therapie und Familientherapie (DGSF) warnt vor dem Bild von Erziehung, das
die RTL-Serie "Die Super Nanny" vermittelt. Auch in schwierigen
Situationen dürfe Erziehung nicht in das ausarten, was die Super Nanny in
einer Folge der Mutter einzutrichtern suche: Das ist Krieg - und den musst
Du gewinnen! Es handele sich um ein "überholt geglaubtes
autoritäres Erziehungskonzept", so die DGSF in einer Stellungnahme
zur erfolgreichen Serie, die jetzt mit einer zweiten "Super
Nanny" fortgesetzt wird.
Der Fachverband für Therapie und Beratung hält das pädagogische
Vorgehen in der Sendung für unprofessionell und gefährlich: Es werde
eine "schwarze Gehorsamspädagogik in die Wohnzimmer von Millionen
Zuschauern transportiert". Der pädagogische Ansatz gelinge nur, weil
die Kinder noch sehr jung seien. Bei älteren Kindern scheitere dieses
Erziehungsmodell. Die Super Nanny behandele schwieriges Verhalten als
individuelles Problem. Damit verkenne sie die wissenschaftlichen
Erkenntnisse, dass das Verhalten von Kindern nur "im Kontext des
Verhaltens der Familienmitglieder" zu verstehen sei. Darüber hinaus
verletzte die Sendung grundlegende ethische Maßstäbe, wenn Kinder in der
gezeigten Form "vorgeführt" würden.
Die DGSF weist darauf hin, dass es in der Erziehung wesentlich
hilfreicher sei, auf die Stärken der Kinder zu schauen statt auf die
Mängel. Erzieherisches Handeln müsse in einen Rahmen von Respekt und
Wertschätzung gegenüber dem Kind eingebettet sein. Die Chance, über das
Fernsehen hilfreiche Erziehungseinstellungen zu vermitteln, werde mit
"Super Nanny" vertan.
Die Stellungnahme der DGSF ist im Internet nachzulesen unter
www.dgsf.org (oder direkt unter www.dgsf.org/News_Item.2005-01-06.1859256699)
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