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Schön und superschlank sein zu wollen hat seinen Preis

Universität Landau, 12. 2000. 

Schönheit und Schlankheit sind die Ideale der westlichen Gesellschaft des ausgehenden 20. und des beginnenden 21 Jahrhunderts. Sie entspringen dem Jugendkult, der sich von Amerika aus über Europa und mittlerweile auch über andere Regionen der Welt ausgebreitet hat. Doch makellose Schönheit und Schlankheit sind nicht jedem gegeben, ja die Meßlatte der Ansprüche ist so hoch angesetzt, daß nur sehr wenige sie erreichen – und dann auch nur für kurze Zeit. Doch was geschieht in einer Gesellschaft, deren Normen auf ein unrealistisches äußerliches Erscheinungsbild fixiert sind?

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, beauftragte die Forschungsstelle für Sexualwissenschaft und Sexualpädagogik der Universität Landau das Umfrageinstitut EMNID zur Durchführung einer repräsentativen Befragung von 702 Männern und von 764 Frauen zwischen 14 und 91 Jahren in der Bundesrepublik Deutschland.

Die meisten Ergebnisse und Schlußfolgerungen dieses Artikels beruhen auf neuesten Auswertungen von Prof. Dr. Kluge und Dr. Marion Sonnenmoser. Sie werden hiermit zum ersten Mal veröffentlicht.

Die wichtigsten Ergebnisse sind:

Die meisten Männer und Frauen legen großen Wert auf ihr Äußeres. Frauen (Zustimmung: 92,1%) sind noch mehr auf ihr Aussehen bedacht als Männer (Zustimmung: 82,5%). Der Mehrheit der Männer und Frauen ist es sehr wichtig, natürlich auszusehen. Frauen ist es darüber hinaus wesentlich wichtiger als Männern, hübsch auszusehen und schlank zu sein. Für ihr Aussehen und ihre Figur fühlen sich die meisten Männer und Frauen selbst verantwortlich. Frauen (Zustimmung: 89,8%) fühlen sich stärker für ihr Aussehen verantwortlich als Männer (Zustimmung: 85,0%). Der Geschmack und die Vorstellungen von Schönheit werden bei zwei Drittel der Männern und Frauen vom Partner bzw. von der Partnerin geprägt. Frauen werden darüber hinaus stark vom Freundes- und Bekanntenkreis sowie von den Medien (Zeitschriften, Kataloge, Film und Fernsehen) beeinflußt. Männer und Frauen orientieren sich zur Geschmacksbildung teilweise auch an prominenten Personen (Sportler, Musiker, Schauspieler, Models und andere Stars). Die Mehrzahl der Männer und Frauen ist mit ihrem Gewicht und ihrer Figur zufrieden. Frauen sind deutlich unzufriedener mit ihrer Figur und ihrem Gewicht als Männer. Aber auch jeder fünfte Mann ist mit seiner Figur unzufrieden und jeder vierte Mann mit seinem Gewicht. Die meisten Männer und Frauen nehmen ihren Körper so an, wie er ist. Frauen (Zustimmung: 13,4%) betrachten ihren Körper jedoch etwas eher als Gegner als Männer (Zustimmung: 11,0%). Als Folge der Unzufriedenheit mit ihrer Figur und ihrem Gewicht kontrolliert mehr als die Hälfte der Frauen (53,1%) eher häufig (1x pro Woche bis mehrmals täglich) ihr Gewicht. Die Mehrzahl der Männer (64,2%) steigt hingegen eher selten (1x pro Monat bis nie) auf die Waage. Um dem Schlankheitsideal zu entsprechen, hat mehr als jede fünfte Frau - aber nur jeder zehnte Mann - schon häufig (3x und öfter) versucht, ihr Gewicht durch Diäten oder Medikamente zu reduzieren. Um ihr Aussehen zu korrigieren, setzen Männer und Frauen eher auf “sanfte” Methoden wie Diäten, Medikamente oder Sport treiben. An Schönheitsoperationen zeigen 92,6% der Männer und 91,3% der Frauen kein Interesse. Die hohen gesellschaftlichen Erwartungen an Schönheit und Schlankheit erzeugen darüber hinaus Leidensdruck. Frauen leiden eher darunter als Männer, schön und schlank sein zu müssen.

Die meisten Männer und Frauen sind weitgehend mit ihrem Aussehen zufrieden. Der äußeren Erscheinung, d. h. der Figur und dem Gewicht, wird heute sowohl von Männern als auch von Frauen viel Aufmerksamkeit gewidmet. Frauen orientieren sich in Bezug auf Schönheit und Schlankheit stärker als Männer an ihrem sozialen Umfeld (Partner, Freundes- und Bekanntenkreis) und an Darstellungen in den Medien. Der Vergleich zwischen dem eigenen Körper mit Normal- oder Übergewicht und den untergewichtigen, superschlanken Models führt dazu, daß Frauen eher als Männer unzufrieden mit ihrer Figur und ihrem Gewicht sind. Sie betrachten ihren Körper eher als Gegner, kontrollieren häufiger ihr Gewicht und versuchen öfter, ihr Gewicht zu reduzieren – bis hin zu Eßstörungen und Magersucht. Einerseits wollen Frauen aus vielerlei Gründen hübsch und schlank sein, z. B. weil dies eine traditionelle Erwartungshaltung an Frauen ist oder weil Frauen ihrem Aussehen mehr Aufmerksamkeit widmen, andererseits leiden sie stärker unter den gesellschaftlichen Ansprüchen, hübsch und schlank sein zu müssen. Um diesem Konflikt zukünftig zu entschärfen, wäre es wünschenswert, daß Frauen gegenüber ihrem individuellen Aussehen eine positivere Haltung entwickeln und daß der gesellschaftliche Druck gemindert wird, indem in den Medien und auf den Laufstegen genauso viele durchschnittlich aussehende, normal- und übergewichtige Frauen wie untergewichtige Frauen (und Männer) zu sehen sind.

Fragen zu den Ergebnissen und Berechnungen bitte Tel.: 06341/ 96 29 49 oder E-mail: fsus@uni-landau.de

 

    

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