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Mehrheit der jungen Familien ist trotz traditionellem Rollenmuster glücklich und zufrieden

Eine Gleichberechtigung in der Partnerschaft und Elternschaft scheint für die meisten jungen Ehepaare normaler Einstellungswert zu sein. Immerhin sind nach einer im Juni 2000 veröffentlichten Umfrage der Zeitschrift Brigitte, an der 1001 Frauen und Männer von 18 bis 35 Jahren teilnahmen, 90% überzeugt, dass sich beide Partner um Familien- und Erziehungsarbeit kümmern sollten. Doch häufig erfolgt mit der Geburt des ersten Kindes eine deutliche Aufgabendifferenzierung in Partner- und Elternschaft. Häufig werden die traditionellen Rollen eingenommen: der Mann ist für die finanzielle Versorgung der Familie zuständig, die Frau unterbricht ihre Berufstätigkeit oder gibt sie sogar auf, um sich familären Aufgaben zu widmen. Nur 1,5% der Väter nutzen die Möglichkeit des Erziehungsurlaubs. Interessant ist dabei, dass die höchste Zufriedenheit jene Gruppe hatte, die eher nach dem traditionellen Rollenmuster lebten, verheiratet sind und Kinder haben, gefolgt von den Paaren die noch unverheiratet waren und der Gruppe die weder verheiratet und kinderlos waren.

In der Vergangenheit wurden hauptsächlich Frauen mit dem Problem konfrontiert, berufliche und familiäre Aufgaben in Einklang zu bringen. Wenn Kinder auf die Welt kommen, ist es traditionell die Frau, die sich mit dem Problem der Berufsunterbrechung auseinandersetzen bzw. einen Arbeitsplatz mit flexiblen Arbeitszeiten finden muss. Inzwischen hat dieses Problem einen immer größer werdenden Einfluss auf das alltägliche Leben der Männer. Seit den sechziger Jahren hat sich insbesondere in den westlichen Industriegesellschaften unsere Lebens- und Arbeitswelt verändert. Es wird nicht mehr per se davon ausgegangen, dass der Mann immer alleine für den Familienunterhalt aufkommt. Besonders junge Männer haben Interesse daran, eine größere Rolle im Familienleben einzunehmen und an der Erziehung ihrer Kinder teilzuhaben. Für immer mehr von ihnen wird ein Familienleben und die Zeit, in der die Kinder heranwachsen, als ebenso wichtiges Lebensziel erachtet wie die Karriere und der Beruf. Zu einem großen Teil resultiert dieser Sinneswandel aus den im Laufe der letzten drei Jahrzehnte veränderten Arbeitsinhalten und -strukturen. Die Tatsache, dass immer mehr Frauen berufstätig sind und von den Männern fordern, dass sie sich an den familiäre und berufliche Verpflichtungen beteiligen, hat einen großen Einfluss auf die Auseinandersetzung der Männer mit ihrer neuen Rolle in der Familie und am Arbeitsplatz. Viele Männer kommen zu dem Schluss, dass sie eine aktivere Rolle im Haushalt und in der Kindererziehung spielen sollten, aber nur wenige scheinen diesen Gedanken in die Realität umzusetzen. Ein bemerkenswert niedriger Prozentsatz der Männer ist teilzeitbeschäftigt oder macht vom Erziehungsurlaub Gebrauch, wenn Kinder auf die Welt kommen. Die Kluft zwischen der Bereitschaft der Männer, die Wichtigkeit familiärer Verantwortung anzuerkennen und der Umsetzung dieser Bereitschaft in die Praxis, ist zu einem Großteil auf Barrieren am Arbeitsplatz sowie auf die unterschiedliche Entlohnung von Männern und Frauen zurückzuführen. Männer, die sich eine Arbeitszeitverkürzung wünschen, weil sie kleine Kinder haben bzw. Männer, die sich um Elternurlaub bemühen, werden oft mit erheblichen Vorurteilen seitens des Arbeitgebers und der Kollegen konfrontiert. Beschließen Ehepaare, dass einer von beiden den Beruf zugunsten der Familie aufgeben soll, so ist dies gewöhnlich die Frau, da sie in der Regel weniger verdient .

Quellen: Euopean Network Familiy & Work 2/98 AP, Meldung vom 29.05.2000: Ministerin Bergmann wirbt für modernes Männerbild

 

    

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