Eheseelsorge.Net
Der optimistische Ansatz zur Ehe und Familie
Damit
Gutes bleibt 
[home] [Information] [Ehe] [Familie] [        ] [Verschiedenes] [Impressum]

[NEWS]

Anderer Sex durch Klonen

von Sandra Trauner (05.10.2000)

Klonen wird Sexleben radikal verändern

Einen beispiellosen Umbruch in der menschlichen Sexualität erwarten Wissenschaftler von den Möglichkeiten der Biotechnik. Wenn sich die Menschheit bald durch Klonen ohne jegliche Geschlechtlichkeit fortpflanzen könne, sei das “ein Einschnitt, der nur zu vergleichen ist mit dem Wissen, dass sich die Erde um die Sonne dreht und nicht umgekehrt”, sagt Prof. Volkmar Sigusch, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft Sexualforschung(DGfS), die am Wochenende 50 Jahre alt wird.

“Eigentlich ist Sexualforschung etwas Unmögliches”

Die Vereinigung, der heute 250 Wissenschaftler angehören, ist die älteste und größte Forschungsgemeinschaft auf diesem Gebiet in Deutschland. Bei ihrer Jubiläums-Tagung am Wochenende blicken die Wissenschaftler in Frankfurt auf “Vergangenheit und Gegenwart der Sexualforschung” (6. bis 8. Oktober). “Eigentlich ist Sexualforschung etwas Unmögliches”, sagt Sigusch, der als Direktor dem Frankfurter Instituts für Sexualwissenschaft vorsteht: “Man verbindet da rationale Wissenschaft mit etwas Irrationalem.” Dennoch sei die “Theorie der Sexualität” ein spannendendes Arbeitsgebiet für Wissenschaftler, findet der 60- Jährige, der in Deutschland als einer der Pioniere der Sexualmedizin gilt.

 

"Kleine Perversionen" für erfülltes Sexleben

In einem groß angelegten Forschungsprojekt will sein Institut als nächstes herausfinden, was Paare verbindet, die über Jahrzehnte hinweg ein erfülltes Sexualleben haben. Seine Theorie: “Sie verbindet eine kleine Perversion.”

Die Themenpalette moderner Sexualforschung ist breit: Die Forscher beobachten unter anderem, wie eine Pubertät verläuft und wie die Geschlechterrollen sich verändern. Sie erforschen, was Männer ins Bordell treibt und wie sexuelle Abhängigkeiten entsteht.

 

Neue Themen

In den letzten Jahren rückten neue Themen in den Mittelpunkt des Interesses wie Sex-Sucht oder sexueller Missbrauch. Darüber, ob sexuelle Abnormitäten zugenommen hätten, wollen die Sexualforscher keine Aussage machen. “Es ist gut möglich, dass sexueller Missbrauch oder Perversionen heute nur mehr wahrgenommen werden” sagt Sigusch.

Ein Schwerpunkt der Gesellschaft ist die Ausbildung von Ärzten, Psychologen und Therapeuten, die sich mit der Behandlung von sexuellen Störungen beschäftigen. Erfolglos war sie bisher in dem Bemühen, die Zusatzqualifikation als Sexualtherapeut oder Sexualberater von der Bundesärztekammer anerkennen zu lassen und damit abrechnungsfähig zu machen.

Maßgebliche Instanz

Der DGfS gehören nicht nur Mediziner an, sondern auch Psychologen, Therapeuten, Soziologen, Historiker, Theologen, Ethnologen und Juristen. Als Sachverständige sind die Sexualforscher auch Ansprechpartner für die Politik. Ihre Gutachten und Stellungnahmen haben immer wieder die Gesetze von Bund und Ländern beeinflusst.

So war die DGfS maßgeblich dafür verantwortlich, dass Transsexuelleseit den 80er Jahren ihr Geschlecht wechseln und ihren Namen ändern dürfen.

 

    

(c) eheseelsorge.net, 2000-2008