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Diabetikerinnen haben oft sexuelle Störungen

Bisher gibt es fast nur Studien über die Ursachen von funktionellen Störungen bei Männern mit Diabetes Typ 1

Zwei Drittel der Frauen mit Diabetes mellitus Typ 1 haben Probleme in ihrem Sexualleben wie verminderte Libido oder Schmerzen beim Koitus. Dieser Anteil erhöht sich auf 80 Prozent, wenn Diabetikerinnen zusätzlich zu ihrer Stoffwechselstörung Depressionen haben.

Dr. Paul Enzlin von der Katholischen Universität Leuven in Belgien und seine Kollegen haben dieses Ergebnis einer Studie mit 97 Frauen mit Diabetes auf dem ersten "Women's Mental Health"-Weltkongreß in Berlin auf einem Poster präsentiert.

"Besonders männliche Probleme wie erektile Dysfunktionen sind bekannte Komplikationen des Diabetes und in unzähligen Studien untersucht worden. Sexuellen Problemen von erkrankten Frauen wurde dagegen sehr viel weniger Aufmerksamkeit gewidmet", so Enzlin.

In ihrer Studie befragten die Forscher sowohl Frauen mit Diabetes als auch die 140 gesunden Frauen der Kontrollgruppe über ihre Zufriedenheit und eventuelle Probleme mit ihrer Sexualität in der Lebensphase ihrer stärksten sexuellen Aktivität und zum Zeitpunkt der Befragung. Alle befragten Frauen lebten seit mindestens einem Jahr in einer stabilen Partnerschaft.

Folgende signifikante Unterschiede zum Zeitpunkt der Befragung ergab die Studie:

Nachlassendes sexuelles Verlangen: Dieses Problem wurde bei 17 Prozent der Diabetikerinnen festgestellt, aber nur bei neun Prozent der gesunden Frauen.

Mangelnde Erregbarkeit: 14 Prozent der Diabetikerinnen gaben dieses Problem an, aber nur sechs Prozent der gesunden Frauen.

Schmerzen beim Koitus: Zwölf Prozent der Frauen mit Diabetes sprachen über diese Störung in ihrem Sexualleben. Im Gegensatz dazu waren nur sechs Prozent der gesunden Frauen betroffen.

Insgesamt waren zum Zeitpunkt der Befragung die Diabetikerinnen signifikant weniger sexuell aktiv und unzufriedener in ihrer Sexualität als die gesunden Frauen der Kontrollgruppe. Fast doppelt soviele erkrankte Frauen hatten sexuelle Probleme als die Vergleichsgruppe.

Bisher gibt es in der Fachliteratur keine eindeutigen Hinweise auf die Ursache dieser Störungen. Allerdings entstünde der Eindruck, daß solche Störungen bei diabetischen Frauen eher mit psychischen Problemen verknüpft seien, im Gegensatz zu Männern mit Diabetes, bei denen häufig neurovaskuläre Veränderungen diagnostiziert würden. Enzlin verwies aber darauf, daß es bisher nur drei Studien über sexuelle Störungen bei zuckerkranken Frauen gebe.

 

    

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