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Mehr Respekt vor Kindern 

Bundesministerin Bergmann stellt bundesweite Kampagne zur gewaltfreien Erziehung vor

Berlin, 19. September 2000

Gewalt in der Familie ist in Deutschland immer noch erschreckend weit verbreitet. Rund 80 Prozent der Kinder geben in Umfragen an, von ihren Eltern geohrfeigt worden zu sein, rund 30 Prozent berichten über eine Tracht Prügel im Elternhaus. Pro Jahr erleiden in Deutschland etwa 150.000 Kinder unter 15 Jahren körperliche Misshandlung durch ihre Eltern. Aber: Gewalt in der Kindheit prägt das ganze Leben. Gewalt in der Erziehung kann Entwicklungsstörungen und Verhaltensauffälligkeiten von Kindern zur Folge haben. Untersuchungen belegen auch, dass Opfer elterlicher Gewalt später vermehrt selbst Gewalt anwenden. In unserer Gesellschaft muss es deshalb selbstverständlich werden, dass Kinder ohne Gewalt erzogen werden. Der Deutsche Bundestag hat aus diesem Grund das „Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung“ verabschiedet. Das Gesetz stellt unmissverständlich fest: „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“.

Im Vorfeld des Weltkindertages startet die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Christine Bergmann, heute eine bundesweite Kampagne zur gewaltfreien Erziehung. Dazu erklärt die Bundesministerin: „Was Kinder in der Familie erleben, ist ihnen Vorbild und Norm. In der Kindererziehung wird das Fundament für das spätere Leben gelegt, in der Familie lernen Kinder die Regeln des Zusammenlebens. Wenn Kinder in der Familie lernen, mit Konfliktsituationen gewaltfrei umzugehen, dann werden sie später auch eher versuchen, Streitigkeiten ohne Gewalt zu lösen. Mit der Kampagne wollen wir ein neues Leitbild von Erziehung in der Gesellschaft verankern, das auf Förderung, Fürsorge und Respekt ausgerichtet ist. Gewalterfahrungen innerhalb der Familie sind oftmals auch eine Ursache für Gewalt unter Jugendlichen. Wer geschlagen wird, neigt später selbst dazu, Gewalt anzuwenden. Gewaltfreie Erziehung ist also auch Prävention gegen Jugendgewalt und Jugenddelinquenz.“

Das Motto der Kampagne lautet „Mehr Respekt vor Kindern“. Die Kampagne ist zweigleisig konzipiert. Sie umfasst zum einen Plakate, Anzeigen und einen Fernsehspot. Zum anderen gibt es viele Einzelprojekte und Vor-Ort-Aktionen überall in Deutschland, mit denen Eltern bei der Erziehung unterstützt werden sollen. Neben Bundesministerin Bergmann werden prominente „Botschafterinnen und Botschafter der gewaltfreien Erziehung“ das Anliegen der Kampagne in die Öffentlichkeit tragen: die Schauspielerin Jutta Speidel, der Fernsehmoderator Thomas Ohrner, die Leichtathletin Heike Henkel, der Radprofi Erik Zabel und die Fernsehjournalistin Petra Gerster. „Mit dieser Kampagne wollen wir Eltern in ihrer Erziehungskompetenz stärken, sie zu einem an den Rechten und Bedürfnissen des Kindes orientierten Erziehungsverhalten motivieren und ihnen Hilfe und Unterstützung in Erziehungsfragen anbieten. Mit unseren Vor-Ort-Aktionen und Informationsmaterialien machen wir Eltern ein Angebot. Daneben wollen wir mit unseren Plakaten, Anzeigen und dem Fernsehspot ein Klima für gewaltfreie Erziehung in der Gesellschaft schaffen. Der Blick ins Ausland zeigt, dass dieses Ziel durchaus erreicht werden kann. In Schweden machte eine groß angelegte Informationskampagne das Gesetz zum Verbot jeglicher Körperstrafen in der Erziehung öffentlich bekannt. Diese Kampagne führte bei vielen schwedischen Eltern zur Verhaltensänderung: Gewalt gegen Kinder hat in Schweden nach der Aufklärungskampagne deutlich abgenommen,“ so die Bundesministerin weiter.

 

 

    

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